Elisabeth Amalie Eugenie

Herzogin in Bayern

geboren am 24.12.1837 in  München

Sie war das dritte von acht Kindern.

"Ich bin ein Sonntagskind, ein Kind der Sonne;
Die goldnen Strahlen wand sie mir zum Throne,
Mit ihrem Glanze flocht sie meine Krone,
In ihrem Lichte ist es, dass ich wohne,
Doch wenn sie je mir schwindet, muss ich sterben."
(Sisi, Das poetische Tagebuch, S. 312)

 

Ihre Eltern

              

 

   Herzogin Ludovika in Bayern & Herzog Max in Bayern

 Ihre Mutter war die Tochter des Königs Maximilian  in Bayern.Sie heirate Herzog Max in Bayern und hatte acht Kinder mit ihm.Ludwig 21.06.1831,Helene 04.04.1834,Elisabeth (Sisi)24.12.1837,Carl-Theodor 09.08.1939,Marie 05.10.1841,Mathilde30.09.1843,Sophie 22.02.1847 und Maximilian 07.12.1849

Herzog Max Palais in der Ludwigstr. in München

Das Geburtshaus in München 

 

Schloss Possenhofen   

Den größten Teil ihrer Kindheit verbringt sie unbeschwert auf Schloß Possenhofen am Starnberger See. 

Krone des Kaisers von Österreich

 

Die Verlobung

Kaiser Franz Josephs mit der Wie völlig unbekannten fünfzehnjährigen Sisi fand am 19. August 1853 in Ischl statt und war eine Sensation.

 

 

(Kaiservilla in Bad Ischl)

 

 Jedermann wollte wissen, wie die Kaiserbraut aussah:Poträtmaler und Kupferstecher hatten Hochkonjunktur.

 Am 20.April 1854 verließ Sisi ihr Elternhaus in München und fuhr mit dem Schiff auf der Donau Richtung Österreich.

Am 24.April1854 wurde das Kaiserpaar in der Augustinerkirche in Wien getraut.

Das Brautpaar 

 

 Schon bald nach der Hochzeit litt Sisi unter Heimweh und schrieb folgendes Gedicht

Sehnsucht

Es kehrt der junge Frühling wieder
Und schmückt dem Baum mit frischen Grün
Und lehrt den Vögeln neue Lieder
Und macht die Blumen schöner blüh´n.

Doch was ist mir die Frühlingswonne
Hier im fernen, fremden Land?
Ich sehn´ mich nach der Heimat Sonne,
Ich sehn´ mich nach der Isar Strand.

Ich sehn´ mich nach den dunklen Bäumen,
Ich sehn´ mich nach dem grünen Fluss,
Der leis in meinen Abendträumen
Gemurmelt seinen Abschiedgruß.

(Gedicht, ca. April 1854)

 

"Ich bin erwacht in einem Kerker,
Und Fesseln sind an meiner Hand.
Und meine Sehnsucht immer stärker
Und Freiheit! Du mir abgewandt."
(Bei Corti, S. 56)

 

 

Ihre Kinder

SOPHIE

geb. 5.März 1855 in der Hofburg in Wien

Sie erkrankt und stirbt am

29.Mai 1857 in Budapest

GISELA

geb. 15.Juli 1856 auf Schloß Laxenburg

gest. 27.Juli 1931 in München

 

RUDOLF

geb. 21. August 1858 auf Schloß Laxenburg

gest.30.Januar 1889 im Jagdschloss Mayerling

 

wurden der Obhut ihrer Mutter weitgehend entzogen, da Erzherzogin Sophie auf einer "kaiserlichen" Erziehung ihrer Enkelkinder durch höfische Lehrer bestand. Daher blieb Sisis Verhältnis zu ihren Ältesten immer etwas unterkühlt und wenig herzlich, obwohl Sophies früher Tod 1858 Sisi mit tiefer Trauer, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen erfüllte.Aber sie griff auch durch.Anlass war, dass Kronprinz Rudolf den von Sophies Erzieher geforderten militärischen Drill nicht mehr aushielt und ernsthaft krank wurde. Elisabeth setzte ihren Mann unter Druck.

"Ich wünsche, dass mir vorbehalten bleibe, unumschränkte Vollmacht in Allem, was die Kinder betrifft, die Wahl ihrer Umgebung, den Ort ihres Aufenthaltes, die complette Leitung ihrer Erziehung, mit einem Wort, alles bleibt mir ganz allein zu bestimmen, bis zum Moment ihrer Volljährigkeit". Aus Sisis Brief an den Kaiser vom 27. August 1865

 Sie übernahm die Leitung der Erziehung und wählte einen sehr liberalen Erzieher, der eine ganze Reihe bürgerlicher Intellektueller mit antiaristokratischer und antiklerikaler Gesinnung als Lehrer für Rudolf organisierte. Rudolf wurde schnell wieder gesund, lebte aber fortan als republikanisch gesonnener Kronprinz in einem ruinösen seelischen Zwiespalt.

 

Marie Valerie
geb.22.April 1868 in Ofen ( Ungarn)
get.am 6. September 1924
 
                             

 

gab Sisi die Liebe und Zuwendung, die sowohl ihre älteren Kinder, als auch ihr Ehemann gebraucht hätten. Mit fast übertriebener Fürsorge klammerte sich Sisi an ihr "ungarisches Kind ". Sie  lieferte Marie Valerie erst gar nicht dem Einflussbereich ihrer Schwiegermutter aus. Sie kümmerte sich von Beginn an intensiv um die Erziehung der Kleinen, die deswegen bald spöttisch "die Einzige" genannt wurde. Böse Zungen argwöhnten auch, das so umsorgte Kind sei gar nicht vom Kaiser, sondern von dem ungarischen Grafen Andrássy.Denn Marie kam nach einer Phase zur Welt, in der Elisabeth außergewöhnlich politisch engagiert war - nach ihrer Krönung zur Königin von Ungarn.
 

 

 

 Königin von Ungarn

Wenn sich Sisi auch allgemein aus der Politik heraus hielt,so machte sie doch ein große Ausnahme,als es um Ungarn ging.Ihr Einfluß war 1867 entscheidend für die Versöhnung mit dem ungarischen Volk.Elisabeth lernte fließend ungarisch sprechen und schreiben und hielt sich mehr und mehr nicht in Wien,sondern in Budapest auf - zum Ärger des Wiener Hofes.

Am 8.Juni 1867 wurden Sisi und Farn Joseph in der Mathiaskirche  gekrönt.

Die heilige Stephanskrone

 wurde dem neuen König auf den Kopf gesetzt,der Königin aber nach altem Brauch über die rechte Schulter gehalten.

Auf der Krone besitzt ist ein schräges Kreuz zu sehn. Der Legende nach hat dies mit Ladislaus Postumus (1440-1457) zu tun. Dieser konnte sich zuerst nicht als König in Ungarn durchsetzen, und ein anderer, Jagiellone Wladyslaw wurde zum König der Ungarn gewählt. Er beauftragte die Hofdame Helene Kottanner , die ungarische Stephanskrone zu stehlen und nach Wiener Neustadt zu bringen. Beim dieser Aktion soll das Kreuz beschädigt worden sein.

Aus einer anderen Legende geht hervor,daß das Kreuz von den Habsburgern verbogen wurde, um die magischen Kräfte, die die Ungarn ihrer Krone zusprechen zu brechen.

Die andere Deutung sagt noch, das schräge Kreuz bedeutet eine Verneigung vor Gott.

Graf Gyula Andrassy assestierte dem Fürstprimas von Ungarn bei der Krönung.

Sisi im ungarischen Krönungsleid 

 

 Das Paar bei der Krönung in Mathiaskirche

 

Sisi mit ihrer Familie auf Schloß Gödöllö

 

 Die Silberhochzeit des Kaiserpaares wurde ein österreichisch-ungarisches Familienfest.Die Stadt Wien huldigte dem Hohen Paar mit einem Festzug in Miteralterlichen Kostümen.

Sisi und Franz Joseph bei ihrer Silberhochzeit am 24.April 1879

 

 In ihr Tagebuch notierte Sisi im Juni 1887:

"O sprich mir nicht von jenen Stunden
Wo wir einander angehört;
Mit ihrem Glück sind sie entschwunden,
Und unser Eden ist zerstört.
Doch wird ihr Angedenken leben,
Bis Ruhe uns der Tod gegeben.

Drum lass mich niemals, niemals hören
Von Stunden, die auf ewig floh'n,
Die nimmermehr uns zwei gehören
Und deren Seligkeit jetzt Hohn;
Denn, dass wir einstmals uns besessen,
Bedeckt der Tod nur mit Vergessen."
(Sisi, Das poetische Tagebuch, S. 210f)

                  

 

Korfu 

                                    

                                    Sisi Denkmal auf Korfu in der Parkanlage des Achillions

                                          

                                                   

                                                             

Sisi hatte eine tiefe Zuneigung zu dieser Insel und vor allem auch für die griechische Mythologie. Besonders verehrte sie den griechischen Helden Achilles.Das Achillion wurde in Sisis`s Auftrag von 1889 bis 1891 erbaut und spiegelt das auch deutlich wieder. Mit der Statue des sterbenden Achilles ließ sie die Parkanlage schmücken.

Leider war Sisi keine lange Zeit des Aufenthalts im Achillion, ihrer Sommerresidenz, beschieden. 1898 wurdesie ja in Genf getötet.

 

"Eine Möve bin ich von keinem Land,
Meine Heimat nenne ich keinen Strand,
Mich bindet nicht Ort und nicht Stelle;
Ich fliege von Welle zu Welle."
(Sisi, Das poetische Tagebuch, S. 44)

 Sisi wog 50 kg bei einer Größe von 1,72 und ihre Tailie maß nur 50 Zentimeter,in manchen Biographien ist sogar die Rede von 47 cm.Die Kaiserin ließ sich stark schnüren und unterstrich so ihre Wespentailie.Um unnötige Schichten zu sparen,trug sie feine Beinkleider statt Unterröcke.Das war damals ein Skandal.Sie ließ sich täglich in ihre Kleider einnähen.

Dieses Gemälde entstand keineswegs nach dem lebenden Model,sondern nach Fotos der jüngeren Kaiserin.Wie Elisabeth wirklich in ihren letzten Jahren aussah,wissen wir nicht.Sie ließ sich weder fotografieren noch malen.

Im Jahre 1888 kam Sisi von einer Reise wieder.Franz Josef fragte seine Tochter Marie Valerie,die sich gerade verlobt hatte ,ob sie schon von der:"Furchtbaren Überraschung",gehört habe.Diese verneinte und ihr Vater erzählte ihr,daß Sisi sich auf einer Reise durch die Ägäis, in einem Hafenlokal sich einen Anker auf die Schulter hatte tätowieren lassen,was Marie Valerie aber gut fand.

 

Der Anschlag in Genf

10.09.1898 

Elisabeth kam am 9. September 1898 in Genf an.Als sie am nächsten Tag auf dem Weg vom Hotel zum Schiff war, stürzte der italienische Anarchist Luigi Lucheni sich auf sie und stieß ihr eine Feile ins Herz. Der Stich war so klein, daß Sisi ihn erst nicht bemerkte und für einen Faustschlag gehalten hat. Die Kaiserin stand wieder auf und ging aufs Schiff.Erst dort brach sie zusammen und starb bald darauf im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.
 
(Die tote Kaiserin)
 
 

Luigi Lucheni wollte nach eigener Aussage im Verhör ursprünglich den Prinzen Henri Philippe d´Orléans ermorden. Da dieser aber kurzfristig seine Reisepläne änderte und nicht in Genf eintraf, wählte Lucheni Elisabeth zum Opfer, von deren Anwesenheit er zufällig in der Zeitung gelesen hatte.

 

 

 

 

Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt. Elisabeth ruht heute neben Franz Joseph und ihrem Sohn Rudolf.

 

 

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